Titelseite: Terrestrische ökotoxikologische Testmethoden für die Tropen. Teil 1: Labortests mit Regenwürmern und Arthropoden [UWSF 17 (1) 20-27 (2005)]. Teil 2: Halbfreiland- und Freilandtests sowie Risikobeurteilung [UWSF 17 (2) 85-93 (2005)].
In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat die Besorgnis über mögliche Risiken von Pflanzenschutzmitteln (PSM) für die Struktur und Funktion von Bodenbiozönosen zugenommen. Dadurch stieg der Bedarf an aussagekräftigen Methoden, mit deren Hilfe mögliche unerwünschte Wirkungen von PSM auf Bodenökosysteme erfasst und beurteilt werden können. Während in gemäßigten Regionen erhebliche Anstrengungen zur Erarbeitung solcher Methoden unternommen wurden und damit auch entsprechende Daten zur Verfügung stehen, gibt es bisher nur wenige Studien über Nebenwirkungen von PSM in den Tropen.
Ziel der in zwei Beiträgen in UWSF vorgestellten Untersuchungen war es daher, die wissenschaftliche Basis für eine tropische Bodenökotoxikologie zu verbreitern. Dazu wurden die Auswirkungen dreier ausgewählter PSM auf die Struktur (Regenwürmer, Arthropoden) und Funktion (Streuabbau) der Bodenbiozönose in Amazonien (Brasilien) untersucht. Schwerpunkte bildeten die beiden Fragen: (1) Unterscheiden sich das Verhalten und die Wirkungen dieser PSM unter tropischen und gemäßigten Bedingungen? (2) Sind die aus gemäßigten Breiten stammenden Daten für eine Risikobeurteilung in den Tropen ausreichend?