Background, Aim and Scope:
Nach gültigem EU-Recht muss im Rahmen der Zulassung von Veterinärpharmaka deren mögliche Wirkung auf Dungkäfer untersucht werden, wenn es sich bei der zu beurteilenden Substanz um ein Antiparasitikum für die Behandlung von Weidetieren handelt. Allerdings wird diese Beurteilung dadurch erschwert, dass es bis vor kurzem kein standardisiertes Testsystem mit diesen Organismen gab. Daher wurde auf der Basis von Empfehlungen der SETAC-Arbeitsgruppe DOTTS (Dung Organism Toxicity Test Standardization) im Rahmen eines vom Umweltbundesamt (UBA) geförderten Projekts ein Test mit der weit verbreiteten Dungkäferart Aphodius constans entwickelt.
Materials and Methods:
Aufgrund von Erfahrungen der Universität Montpellier aus Freilandstudien sowie aus anderen terrestrischen Tests wurden die Haltungs- und Testbedingungen dieser Art festgelegt. Demnach wird die Mortalität von jungen Larven von A. constans, die der Testsubstanz in behandeltem (d.h. getrocknetem, zerkleinertem und wiederbefeuchtetem) oder frischen Dung über einen Zeitrum von drei Wochen ausgesetzt waren, bestimmt. In Tests mit der Modellssubstanz Dimethoat, einem Insektizid, das als Referenzsubstanz in Raubmilbentests benutzt wird, wurde die Praktikabilität des Tests überprüft. Danach wurde die Toxizität von vier Veterinärpharmaka (Ivermectin, Dicyclanil, Moxidectin, Praziquantel) in behandeltem und frischem Dung bestimmt. In einem dritten Schritt wurde die Wirkung von Ivermectin auf die Dungkäfer in einem Test mit Dung, der von mit Ivermectin behandelten Kühen stammte, überprüft.
Results:
In Abhängigkeit vom Dungtyp wurden für Dimethoat LC50-Werte im Bereich von 1-3 mg a.s./kg Dung (TG) gefunden. Während Praziquantel in der höchsten Konzentration (1000 mg a.s./kg Dung (TG)) keine Wirkung zeigte lagen die LC50-Werte der anderen drei Pharmaka unter 6 mg a.s./kg Dung (TG). Mit Ausnahme von Dicyclanil gab es keine Unterschiede zwischen den Tests mit vorbehandeltem bzw. frischem Dung. Für Ivermectin wurden sogar LC50-Werte um 0,5 mg a.s./kg Dung (TG) gefunden, wobei sich die Ergebnisse der Tests, bei denen die Substanzen in Dung eingemischt wurden, nicht von denen unterschieden, bei denen der Dung von mit Ivermectin behandelten Kühen untersucht wurde.
Discussion:
Diese Ergebnisse belegen sowohl die Empfindlichkeit als auch die Robustheit des Testverfahrens. Obwohl Vergleiche mit Literaturergebnissen aufgrund der unterschiedlichen Testbedingungen schwierig sind, scheinen die hier vorgestellten Ergebnisse im zu erwartenden Bereich zu liegen (für Dicyclanil und Praziquantel gibt es allerdings bisher keine Daten in der Liteartur).
Conclusions:
Auf der Grundlage der Ergebnisse dieses Vorhabens wird empfohlen, die neu entwickelte Testmethode in einem internationalen Ringtest zu standardisieren.
Recommendations and Perspectives:
Die Methode könnte dann Teil der vor kurzem gesetzlich geregelten Umweltrisikobeurteilung von Veterinärpharmaka werden.
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