|
|
 |
 |
|
|
 |
DiskussionsbeiträgeAltersklassierung von Gewässersedimenten - Messung der Radioaktivität von Isotopen Hans Klös; Claus Schoch Korrespondenzautor: Dipl.-Phys. H. Klös, Ing. grad. C. Schoch, Landesamt für Wasser und Abfall, Auf dem Draap 25, D-40221 Düsseldorf
Ziel dieser Untersuchung war die Beantwortung der Frage, in wieweit mit Hilfe der Messung der Radioaktivität von Umweltisotopen eine Aussage zum Alter von Einzelproben des Gewässersediments möglich ist. Voraussetzung ist, dass die Sedimente näherungsweise gleichförmig abgelagerte Schwebstoffe sind, und sei es auch nur in gewissen Zeitabschnitten (Zeitfenstern). Proben chaotisch wechselnder Sedimentation und Erosion sind z.Zt. nicht beurteilbar im Hinblick auf ihr Alter.
Folgerung aus den Messungen von Umweltisotopen:
Die Einzelproben werden mit Referenzschwebstoffen der 0 bis 38 µm Feinkornfraktion hinsichtlich ihrer Radioaktivitätskonzentration verglichen. Dann werden sie grob in vier Altersklassen eingeteilt:
- überwiegend aktuelle Sedimente (seit etwa dem letzten Hochwasser)
- überwiegende Anteile um das Jahr 1986
- überwiegende Anteile um die 60er Jahre
- überwiegende Anteile vor 1955 (und Gewässerboden)
Zusätzlich lässt sich mit Hilfe von Beryllium-7 (7Be) die Klasse der aktuellen Sedimente nochmals in vier feine Unterklassen zerlegen. Beimischungen aus jeder Altersklasse sind ebenfalls möglich.
Von insgesamt 52 Einzelproben des Rheins, der Weser und der Erft stellten sich 28 als aktuell und fein klassierbar heraus. Offensichtlich gab es bei den übrigen Proben keine gleichförmige Sedimentation. In ihrem Altersspektrum überwogen ältere Anteile, die dennoch grob drei Altersklassen zugeordnet wurden. Jedoch die 14 Proben der letzten Klasse enthalten wesentliche Anteile von unkontaminiertem Gewässerboden.
Aus einer solchen oder ähnlichen Konvention ergeben sich z.B. folgende praktische Anwendungen:
- Die Altersklassen werden bei der Bewertung der chemischen Parameter berücksichtigt und tragen so zu Beurteilung des Gewässerzustandes je nach Fragestellung bei.
- Aus mehreren Einzelproben an ausgewählten Orten werden gezielt die mit der gewünschten Alterklasse chemisch untersucht, um die Eingangsfrage nach Störfall-, Emissions- oder Immissions-Situation zu beantworten.
- Denkbar ist auch eine Verbesserung der Strategie und Technik der Probenahme mit Hilfe der Altersklassierung. |
5 UWSF (5) 253-258 (1993)
|
|
|
|