DOI:http://dx.doi.org/10.1065/uwsf2001.03.044
Im Rahmen dieses Beitrags erfolgt anhand einer Stoffstromanalyse eine ganzheitliche Bewertung ausgewählter Maßnahmen zum Grundwasserschutz, deren Ziel es ist, die Nitratauswaschung in Trinkwasserschutzgebieten zu verringern. In die Untersuchung hinsichtlich der Umweltwirkungen werden sowohl die direkt der landwirtschaftlichen Produktion zuzuordnenden Prozesse – inklusive der natürlichen im Boden – als auch die indirekten Prozesse bei der Bereitstellung der Betriebsmittel eingeschlossen. Über die Implementierung einer Kostenrechnung in das Stoffstromnetz wird überprüft, ob die Entschädigungsleistungen die aus der Umsetzung von Grundwasserschutzmaßnahmen entstehenden, wirtschaftliche Nachteile für den Landwirt ausgleichen. Die Kalkulationen zur N-Düngerreduzierung ergeben, dass die mit der extensiven Wirtschaftsweise erzielten Gewinne über denen mit den intensiven Verfahren liegen. Die geringeren Marktleistungen infolge von Ertrags- und Qualitätseinbußen werden also bei dieser Grundwasserschutzmaßnahme durch die in den Freiwilligen Vereinbarungen veranschlagten Entschädigungsleistungen sowie durch die geringeren Produktionskosten mehr als gedeckt. Diese Ergebnisse sind aber maßgeblich von der modellierten Ertragsentwicklung abhängig. Grundwasserschonende Maßnahmen mit einem geringeren Faktoreinsatz, wie z.B. eine Reduzierung des N-Düngers, vermindern die Umweltbeeinträchtigungen, nicht nur lokal durch die Minderung der Nitratauswaschung, sondern auch global und regional, indem u.a. das Treibhaus-und Versauerungspotenzial verringert werden. Andere dagegen verstärken sie, wie zum Beispiel der Anbau von Zwischenfrüchten aufgrund der zusätzlichen Düngeraufwendungen. Auch wenn eine Reduzierung der N-Auswaschungen vorausgesetzt wird, ist eine Bewertung schwierig, da globale gegen lokale Umweltwirkungen qualitativ und quantitativ gegeneinander abgewogen werden müssen. |