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Diskussionsbeiträge: Nematoden

Nematoden in der ökotoxikologischen Forschung
- Plädoyer für eine vernachlässigte, jedoch sehr aussagekräftige Tiergruppe
Walter Traunspurger; Christian Steinberg; Tom Bongers
Korrespondenzautor: Dr. Walter Traunspurger, Zoologisches Institut der Universität München, Abteilung Limnologie, Luisenstraße 14, D-80333 München

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In diesem Beitrag wird auf die ökologische Rolle von freilebenden Nematoden (Fadenwürmer) sowie auf eine Anwendung innerhalb ökotoxikologischer Arbeiten eingegangen. Nematoden sind, abgesehen von Protozoen, sowohl im Boden als auch in Sedimenten zahlenmäßig die häufigste Tiergruppe. Die Tatsache, daß diese Tiergruppe zudem artenreich ist und verschiedene trophische Niveaus umfaßt, könnte sie für ökotoxikologische Arbeiten prädestinieren, wenn ihre Taxonomie nicht so schwierig wäre. Wir stellen einen ataxonomischen und einen taxonomischen Bioindikations-Ansatz vor, mit denen auf die Belastung sowohl von terrestrischen als auch aquatischen Ökosystemen rückgeschlossen werden kann. Für beide Systeme kann folglich mit einheitlichen Indikationsansätzen gearbeitet werden. Ebenso lassen sich über bestimmte morphologische Besonderheiten mögliche Biomarker ableiten. Aus der ökologischen Rolle innerhalb der Nährstoffkreisläufe und des Abbaus von schwerverwertbaren Substraten (z.B. Chitin) schließen wir ferner, daß Nematoden auch in der Umweltbiotechnologie eine größere Rolle als bisher spielen kann.



7 UWSF (2) 74-83 (1995)

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