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Übersichtsbeiträge

Wirkung von Luftschadstoffen auf den pflanzlichen Organismus
- Biochemische Grundlagen
Dieter † Schlee
Korrespondenzautor: Prof. Dr. D. Schlee, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Biochemie, Weinbergweg 16a, O-4050 Halle (Saale)

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Der Beitrag stellt das Reaktionsgefüge von Pflanzen gegenüber Umweltfaktoren, z.B. Luftschadstoffen, dar. Jeder Organismus besitzt ein spezifisches Reaktionsvermögen. Alle von dieser Reaktionsnorm abweichenden Situationen führen zur Belastung des Biosystems. Der Organismus antwortet auf diesen Stress mit einer Umstellung seines Stoffwechsels, um die Belastung zu beseitigen oder zu mindern. Durch diesen Stressmetabolismus kann die pflanzliche Homöostase in gewissen Grenzen garantiert werden. Es handelt sich um Adaptionsmechanismen (Schutz-, Reparatur-, Detoxifikationsreaktionen), begründet in der ökologischen Resistenz des pflanzlichen Organismus am Standort, die definiert ist als die Fähigkeit des Individuums, innerhalb eines bestimmten Stressbereiches zu überleben. Die durch diese Adaptionsmaßnahmen bewirkten Veränderungen in den biochemischen Reaktionsabläufen des pflanzlichen Organismus führen erst dann zu Zellschäden, wenn diese Maßnahmen nicht schnell genug wirksam werden bzw. wenn ihre Kapazität überstiegen wird.
Die Veränderungen im Stoffwechselgeschehen, der Stressmetabolismus, werden angezeigt z.B. durch veränderte Enzymaktivitäten; sie sind nachvollziehbar und geben somit Einblick in biochemische Wirkungsweisen und - mechanismen von Luftstoffen. Damit wird es möglich wirkungsbezogene Biotests zu entwickeln, auf deren Basis gezielte Schutzmaßnahmen erarbeitet werden können, um möglichst rechtzeitig irreversible Entwicklungen im pflanzlichen Organismus zu entwickeln.



3 UWSF (6) 362-367 (1991)

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