ScientificJournals.com  

UWSF

Umweltrisikoabschätzung



Ökotoxikologische Charakterisierung von Nonylphenol Isomeren. Untersuchung von strukturell ähnlichen Substanzen zur Testung von Struktur-Wirkungsbeziehungen (Originalarbeit)
Thomas G. Preuss; Hans Toni Ratte
Corresponding author:: Thomas G. Preuss

Abstract Request for single articles KB  Full paper
19 downloads since October 2007


Background, Aim and Scope:
In der vorliegenden Arbeit wurde anhand von sechs Nonylphenol-Isomeren, mit sehr ähnlicher chemischer Struktur, untersucht inwieweit Struktur-Wirkungsbeziehungen für unspezifische Toxizität und estrogene Potenz möglich sind.

Materials and Methods:
Die Toxizität der Isomere wurde im Daphnien-Immobilisations-Test und im Wasserlinsen-Wachstums-Hemmtest untersucht. Die estrogene Potenz wurde im MVLN Test ermittelt.

Results:
Im Daphnien-Immobilisations-Test und im Wasserlinsen-Wachstums-Hemmtest zeigten sich keine Unterschiede in der toxischen Wirkung der untersuchten Isomere. Es wurden jedoch große Unterschiede in ihrer estrogenen Potenz gefunden. Während p353-NP eine ähnliche estrogene Potenz wie das p-NP Gemisch aufwies, zeigten andere Isomere (p262-NP, p22-NP) keine estrogene Potenz, bzw. partiell antagonistische Wirkungsweisen.

Discussion:
Die Ergebnisse dieser Untersuchung von strukturell ähnlichen Substanzen mit gleichen physiko-chemischen Eigenschaften zeigen klar, inwieweit Vereinfachungen und Struktur-Wirkungsbeziehungen in der Risiko-Analyse möglich sind. In diesem Zusammenhang wird auch die Verwendung einer Referenzsubstanz für Nonylphenol diskutiert. Für die Bioakkumulation und unspezifische Toxizität sind Struktur-Wirkungsbeziehungen möglich und würden eine Vereinfachung der Risiko-Analyse erlauben. Bei speziellen Wirkungsarten hingegen, wie der hier untersuchten Interaktion mit dem Estrogen-Rezeptor, konnte klar gezeigt werden, dass einfache Struktur-Wirkungsbeziehungen nicht in der Lage sein werden die Effekte zu beschreiben.

Conclusions:
Um eine mechanistische Risiko-Analyse durchzuführen, müssen die Mechanismen, die hinter der Wirkung von Substanzen stehen, verstanden sein. Nur so lassen sich Schlüsselmechanismen bestimmen, die explizit getestet werden müssen.

Recommendations and
Perspectives:
Durch ein mechanistisches Verständnis der Vorgänge, die zu einer Wirkung führen, scheint es möglich, mithilfe der Kombination von Vorhersage-Modellen und gemessenen Daten eine gezielte Risiko-Analyse von einer Vielzahl an Substanzen mit möglichst geringem Aufwand durchzuführen

19 UWSF (4) 227-233 (2007)

Development: Enterprise Technologies