Johann Friedrich Theodor Müller wurde in Windischholzhausen bei Erfurt geboren. Nach abgebrochener Apothekerlehre wurde er von Hermann Blumenau (Gründer der Stadt Blumenau im Bundesland Santa Catarina) nach Brasilien gerufen. Im Jahre 1852 wanderte er ins südliche Brasilien aus, wo er als Biologe, Lehrer, Landwirt und Naturforscher arbeitete und in früher Zeit wesentliche Dokumente zur Naturgeschichte des (brasilianischen) Regenwaldes erstellte. Müller stand in Korrespondenz mit Charles Darwin, Ernst Haeckel und anderen bedeutenden Zeitgenossen. Durch hervorragende Zeichnungen und Beobachtungen fiel er Darwin auf, der ihn als 'Fürsten der Beobachtung' bezeichnete. Müllers Arbeiten konzentrierten sich im Bereich der Fauna besonders auf Platt- und Ringelwürmer, Quallen, Krebse, stachellose Bienen und Termiten; bei der Flora dokumentierte er vor allem die Blumenbestäubung, Orchideen, und Bromelien. Er beschrieb als erster die Symbiose zwischen Ameisen und den Cecropia-Bäumen, die den Ameisen spezielle Futterkörper zur Verfügung stellen (daher: 'Müllersche Körperchen'), während die Ameisen den 'Embaúba'-Baum (bras. Bezeichnung für Cecropia) gegen Feinde verteidigen. Das einzige Buch Müllers galt Charles Darwin ('Für Darwin', ins Englische übersetzt 1869 als 'Facts and Arguments for Darwin'). Darin unterstützt er Darwins Theorie zur Evolution durch eigene Beobachtungen an Krebsen. Das städtische Museum zu Blumenau hütet das Vermächtnis Fritz Müllers bis heute. Dort können vielerlei Dokumente (in portugiesischer wie auch deutscher Sprache) eingesehen werden, aber auch die Zeichnungen und Präparate Müllers sind bis heute gut erhalten. Im Jahre 1897 verstarb Müller in seiner Wahlheimat Blumenau. |