DOI: http://dx.doi.org/10.1065/uwsf2006.03.116
Ziel und Hintergrund. Typ III Umweltdeklarationen nach ISO 14025 (Environmental Product Declarations, EPD) informieren interessierte Kreise über die Umwelteigenschaften von Produkten. Sie stützen sich hauptsächlich auf Ökobilanzen nach ISO 14040ff, dokumentieren Ergebnisse als Sachbilanz- oder Wirkungsindikatoren und beschreiben somit das untersuchte und dokumentierte Produktsystem. ISO 14025 liegt seit September 2005 als FDIS vor. Das Konzept EPD hat vornehmlich im Bausektor bereits einen Markt gefunden und spielt eine nicht unerhebliche Rolle in der Europäischen Integrierten Produktpolitik, etwa zur Dokumentation umweltbezogener Produktentwicklungen oder als Dokumentation für die umweltfreundliche Beschaffung.
Schwerpunkte. EPD bieten die Möglichkeit, die Ergebnisse einer Produktökobilanz nach ISO 14040ff in standardisierter, vergleichbarer Weise zu kommunizieren. ISO (FDIS) 14025 beschreibt den Weg zur Erarbeitung und Darstellung konsistenter und vergleichbarer Datensätze. Drei Ebenen, für welche die Norm Anforderungen vorgibt, werden im folgenden Beitrag erläutert: 1. Randbedingungen für Deklarationsprogramme und für die Überprüfung der Deklaration. 2. Festlegung detaillierter Regeln der Ökobilanzierung gemäß ISO 14040ff sowie ergänzender Informationsanforderungen für definierte Produktkategorien in PCR-Dokumenten (Product Category Rules). 3. Erarbeitung und Dokumentation von EPD nach den PCR Anforderungen.
Ergebnisse und Schlussfolgerungen. Nach etlichen Jahren entwicklungsbegleitender Normung liegt mit der neuen Norm ISO (FDIS) 14025 eine systematisches Konzept zur Darstellung von Ökobilanzergebnissen in EPD vor. Die Ökobilanzierung als systematischer Ansatz zur Abschätzung der Umwelteigenschaften von Produktsystemen wird damit aus der Sphäre der Wissenschaft weiter in die praktische Anwendung getragen. Die Beteiligung von Ökobilanzfachleuten in ISO Typ III Deklarationsprogrammen ist essentiell.
Empfehlungen und Ausblick. Zur Erreichung der Konsistenz von EPD unterschiedlicher Branchen besteht ein enormer Abstimmungsbedarf. Teilbereiche zeigen, dass dies möglich ist. Eine wichtige Teilaufgabe ist die Entwicklung von Qualitätskriterien für die Modellierung von Produktsystemen sowie für die zur Bilanzierung verwendeten Datensätze.
Zur kostengünstigen und unbürokratischen Gewährleistung der Akzeptanz von EPD (Vertrauen in die Angaben, z.B. auf Grund einer unabhängigen Prüfung; Transparenz des Verfahrens; Beteiligung interessierter Kreise an wesentlichen Entscheidungspunkten) müssen weitere Erfahrungen in der Praxis gesammelt werden.
Zur transparenten Darstellung und sachgerechten Anwendung von EPD besteht Schulungsbedarf, sowohl für KMU, die EPD für ihre Produkte erarbeiten wollen, als auch für die Nutzergruppen von EPD. |