Background, Aim and Scope:
Viele Schadstoffe zeichnen sich durch eine Kombination aus geringer Abbaubarkeit (Persistenz) und hoher Mobilität aus. Sie sind mittelflüchtig, d. h. sie verteilen sich über die Umweltmedien Boden, Wasser, Luft und können über große Entfernungen transportiert werden. Klima und Stoffeigenschaften wirken in komplexer Weise zusammen und bestimmen globale Transportwege und Verteilung dieser Stoffe, zu denen die sogenannten persistenten organischen Schadstoffe (persistent organic pollutants, POPs) und weitere Pestizide und Industriechemikalien zählen.
Main Features:
Um die Exposition der Umwelt auf großen Raumskalen zu bestimmen, werden Multimedia-Modelle entwickelt und angewandt, die auf Zirkulationsmodellen der Atmosphäre und des Ozeans aufbauen.
Results:
Untersuchungen von Transport und Verbleib einiger POPs auf globaler Skala unterstreichen die Bedeutung historisch expliziter und georeferenzierter Betrachtung für Verteilungen, Persistenz und Ferntransport-Potenzial. Neben den Stoffeigenschaften ist hierbei das regionale Klima wesentlich. Dies wurde deutlich bei der Untersuchung des Zyklierens von DDT und g-HCH in ausgewählten tropischen und außertropischen Regionen.
Discussion:
Die isolierte Untersuchung einzelner Schritte wiederholter Emissions-Transport-Depositions-Zyklen (sog. Grashüpfer-Effekt) ist ein Beispiel dafür, wie das komplexe Zusammenwirken von Stoffeigenschaften und variablen Umweltbedingungen untersucht werden kann.
Conclusions:
Die Ergebnisse legen nahe, dass der Grashüpfer-Effekt das Ferntransport-Potenzial zwar erhöht, aber (zumindest für g-HCH) keine notwendige Voraussetzung für die besondere Exposition der Polargebiete darstellt.
Perspectives:
Es stehen eine Reihe wichtiger wissenschaftlicher Fragestellungen an, die mit der Expositionsmodellierung aufgegriffen werden sollten.
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