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Beitragsserien: EU-Chemikalienpolitik

Die Umsetzung des EU Weißbuches zur Chemikalienpolitik: Das Prinzip der geteilten Verantwortung - Konsequenzen für Hersteller und Anwender von Chemikalien (5 Seiten)
Dirk Bunke; Wolfgang Reuter; Frank Ebinger; Ismene Jäger; Klaus Schneider
Korrespondenzautor: Dr. Dirk Bunke, Öko-Institut e.V., Institute for Applied Ecology, Geschäftsstelle Freiburg, Postfach 6226, D-79038 Freiburg (d.bunke@oeko.de)

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DOI: http://dx.doi.org/10.1065/uwsf2003.06.059

Ziel und Hintergrund. Die Umsetzung des EU Weißbuches zur Chemikalienpolitik soll mehr Sicherheit und mehr Transparenz beim Umgang mit Chemikalien bewirken. Bisher fehlten bei der Altstoffbewertung oft Informationen zu den Anwendungsfeldern der Chemikalien und den hier auftretenden Expositionen. Im Weißbuch wird deshalb die "geteilte Verantwortung" gefordert. Die Weiterverarbeiter und die gewerblichen Anwender von Stoffen sind viel stärker als bisher in die Risikobewertung mit einbezogen. Sie sollen Daten zu Anwendungen von Stoffen und Expositionen zur Verfügung stellen, zum Teil selber auch Expositionsabschätzungen und Risikobeurteilungen vornehmen. Konsequenzen dieses Ansatzes werden im Beitrag anhand der Analyse von Fallbeispielen aufgezeigt.

Diskussion der Ergebnisse. In der aktuellen Diskussion wird vielfach befürchtet, dass kleine und mittelständige Unternehmen mit diesen Aufgaben völlig überfordert sind. Es wird vermutet, dass viele Chemikalien für kleinvolumige Anwendungen nicht mehr zur Verfügung stehen, da die Hersteller diese Anwendungen in ihrer Registrierung – aus Kostengründen – nicht berücksichtigen. Das Weissbuch ist in seinen Formulierungen nicht genau genug, um abschätzen zu können, wie aufwendig die geforderte verstärkte Kommunikation sein wird. Notwendig ist in dieser Situation die Analyse von Beispielstoffen und ihren Anwendungen, um das Prinzip der geteilten Verantwortung besser zu verstehen.

Schlussfolgerungen. Die konkrete Untersuchung mehrerer Produktketten hat gezeigt, dass der hier geforderte Informationsfluss zwischen Herstellern und Anwendern im Rahmen des REACH-Verfahrens durchaus möglich ist. Für die Hersteller von Chemikalien wird die Informationsbeschaffung zu Anwendungsfeldern und Expositionen durch die stärkere Kommunikation vermutlich einfacher werden. Um Überforderungen der Anwender zu vermeiden, sind aber praxisnahe Ausgestaltungen der Registrierungs-Anforderungen, Schwerpunktsetzungen und gemeinschaftliche Anstrengungen der Anwender auf Verbands- und Branchenebene erforderlich. Hierbei muss auch der Schutz von Unternehmens-Know-how gesichert werden.

Empfehlung und Ausblick. Die Umsetzung des Prinzips der geteilten Verantwortung kann in der Praxis zu einer verstärkten Kommunikation zwischen Herstellern und Anwendern von Chemkalien führen. Dies kann Expositionsabschätzungen und Risikobeurteilungen wesentlich erleichtern. Erforderlich sind handhabbare Vorgehensweisen, die auch von kleinen und mittelständigen Unternehmen umsetzbar sind. Hierzu liegen inzwischen viele Vorschläge und umfangreiche Bezugsmaterialien vor.



Implementation of the EU White Paper on Chemicals Policy. The Principle of Shared Responsibility - Consequences for Producers and Users (5 pages)
Dirk Bunke; Wolfgang Reuter; Frank Ebinger; Ismene Jäger; Klaus Schneider
Corresponding author:: Dr. Dirk Bunke, Öko-Institut e.V., Institute for Applied Ecology, Geschäftsstelle Freiburg, Postfach 6226, D-79038 Freiburg (d.bunke@oeko.de)

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Background, Aim and Scope. Implementation of the European Union White Paper on chemicals policy shall provide more safety and more transparency in chemicals use. In the past, when assessing existing commercial substances there was often a lack of information on the fields of application of the chemicals and the exposures arising in those contexts. The White Paper therefore calls for "shared responsibility”. Processors and commercial users of substances are to be involved much more closely in the risk evaluation process than has hitherto been the case. They are to provide data on substance applications and exposures, and to some extent they are also to carry out exposure assessments and risk assessments themselves. By analysing case studies, the paper highlights the consequences of this approach.

Results and Discussion. The fear has often been voiced that these new tasks will completely overburden small and medium-sized enterprises. It is assumed that many chemicals are no longer available for small-volume applications, as – for cost reasons – producers do not include these applications in their registration. The wording of the White Paper is not precise enough to be able to appraise the costs that will be associated with the required intensified communication. In this situation, it is essential to analyse prototypical substances and their applications in order to gain an improved understanding of the principle of shared responsibility.

Conclusions. The concrete study of several product chains has shown that the flow of information required between producers and users is quite well feasible within the context of the REACH system. For the producers of chemicals, the intensified communication will presumably make it simpler to procure information on fields of application and exposures. However, in order to avoid users being overburdened, it will be important that registration requirements and focuses are shaped in a manner doing justice to practical realities. Users will need to undertake Community-wide efforts at industry federation and branch level. In this context, the protection of company know-how also needs to be ensured.

Recommendation and Outlook. Implementation of the principle of shared responsibility can lead in practice to intensified communication among the producers and users of chemicals. This can greatly facilitate exposure assessments and risk assessments. There is a need to develop manageable procedures that can also be implemented by small and medium-sized enterprises. Numerous proposals have been made in this context, and extensive reference material is now available.

15 UWSF (3) 208-212 (2003)

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