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Beitragsserien: Seeufer, ein vergessenes Ökoton

Grenzüberschreitender Seeuferschutz im Spannungsfeld von Nutzungsinteressen am Beispiel Bodensee (Teil 1) (10 pp)
Wolfgang Ostendorp; Norbert Walz; Rainer Brüggemann
Korrespondenzautor: PD Dr. Wolfgang Ostendorp, Institut für Limnologie, Universität Konstanz, Postfach 55 60, D-78434 Konstanz (wolfgang.ostendorp@uni-konstanz.de)

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DOI: http://dx.doi.org/10.1065/uwsf2003.05.057

Einführung [UWSF – Z Umweltchem Ökotox 14 (4) 255-256 (2002)]

Beitrag 1: Die ökologische Bewertung von Seeufern in Deutschland UWSF – Z Umweltchem Ökotox 15 (1) 31-38 (2003)]

Beitrag 2: Problemfeld Seeufer am Beispiel Bodensee
Teil 1: Grenzüberschreitender Seeuferschutz im Spannungsfeld von Nutzungsinteressen [UWSF - Z Umweltchem Ökotox 15 (2) 125-134 (2003)]

Teil 2: Umsetzung der Uferschutz-Bestimmungen [UWSF – Z Umweltchem Ökotox 15 (3) 187-198 (2003)]

Beitrag 3: Gedanken zum Schutzziel "Artengemeinschaften" [UWSF-November-Ausgabe]

Die Ufer vieler großer mitteleuropäischer Seen, die im verkehrsgeographischen Einzugsgebiet von Ballungsräumen liegen, sind erheblichen anthropogenen Belastungen durch Siedlungs- und Verkehrsverdichtung, durch Abwassereinleitung und Manipulation des Wasserstandsregimes, durch Tourismus und Wassersport ausgesetzt. Der wachsende Druck auf die Uferzone beiderseits der Wasserlinie hat in vielen Fällen zu einer Beeinträchtigung ihrer Funktionalität im Natur- und Artenschutz, im Gewässerschutz und in ihrer Bedeutung als naturnahe Erholungsgebiete geführt.

Dieser Beitrag schildert am Beispiel des Bodensees, wie sich die verschiedenen Nutzungsformen überlagern und welche Maßnahmenpakete ab 1981 national und grenzüberschreitend konzipiert wurden, um die Multifunktionalität des Sees als Trinkwasserspeicher für die Ballungsgebiete im nördlichen Baden-Württemberg, als überregional bedeutendes Wassersportrevier und touristisches Attraktionszentrum, und nicht zuletzt auch als international bedeutsamer Lebensraum für gefährdete Pflanzen und Tiere zu sichern.

Die Instrumente zur Umsetzung erstrecken sich auf die Raumplanung, die im Bereich der Seeufer bisher nur in geringem Maße grenzüberschreitend wirksam geworden ist, auf den internationalen Gewässerschutz sowie auf den Naturschutz, an dem auch grenzüberschreitend arbeitende private Naturschutzorganisationen einen großen Anteil haben. Durch die große Übereinstimmung bei den Handelnden und Betroffenen in der Bodenseeregion über Ziele und notwendige Maßnahmen konnten trotz etlicher Lücken in den fachwissenschaftlichen Grundlagen die Maßnahmen politisch und administrativ weitgehend erfolgreich umgesetzt werden.

Anhand von vierzehn Themenfeldern zeichnen wir die Entwicklung von 1981 bis heute nach, die in jüngerer Zeit entscheidend von der europäischen Gesetzgebung (FFH/Natura 2000, Wasserrahmenrichtlinie) vorangetrieben wurde. Dabei wird ein Nachholbedarf auf vier Handlungsfeldern sichtbar:

1. die Erfolgskontrolle durchgeführter Maßnahmen, die verstärkt und auf weitere Themengebiete ausgeweitet werden sollte,
2. die nach wie vor bestehenden Lücken in den Grundlagenkenntnissen,
3. die schleppende grenzüberschreitende Harmonisierung im integrierten Uferschutz, und
4. das Fehlen einer Nachhaltigkeitskonzeption einschließlich eines Monitoringplans. Darauf sollte bei der Weiterentwicklung der bisherigen Uferschutz- und entwicklungskonzepte schwerpunktmäßig geachtet werden.



Conflicts in Lake Shore Protection - Example Lake Constance (Part 1)
Wolfgang Ostendorp; Norbert Walz; Rainer Brüggemann
Corresponding author:: PD Dr. Wolfgang Ostendorp, Institut für Limnologie, Universität Konstanz, Postfach 55 60, D-78434 Konstanz (wolfgang.ostendorp@uni-konstanz.de)

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The shores of many Central European lakes located in the hinterland of large conurbations are heavily endangered by intensive settlement, traffic, sewage input, manipulation of the water level, tourism and recreation. This increasing impact has negatively affected the function of the lake shore in respect to conservation and species protection, to water protection and its importance for recreation.
This paper describes the overlap of the multiple uses and the precautions planned since 1981 on the national and international level to guarantee the essential multiple functionality, e.g. as drinking water reservoir for the conurbations in the northern part of Baden-Württemberg, as supraregional centre for water sports and tourism, and as an important environment for endangered plant and animal species. Management measures include regional planning as well as the international water protection and preservation with many contributions from non governmental international organisations. Given a high agreement concerning these aims, many indispensable actions could successfully be realised on the political and administrative level. On the basis of 14 topics we follow the development since 1981, most recently also driven by the EU (FFH/Natura 2000, Water framework directive). Backlogs became obvious for four topics:
1. The lack of efficient reviews on completed measures,
2. gaps in basic understanding,
3. The dragging harmonisation of an integrated shore protection program across the borders, and
4. the lack of concepts for a sustainable development including plans for monitoring.

15 UWSF (2) 125-134 (2003)

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