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Übersichtsbeiträge

NOx und Folgeprodukte in der Atmosphäre - Quellen, chemische Umwandlungen und Senken
Gerhard Lammel
Korrespondenzautor: Dr. G. Lammel, Max-Planck-Institut für Meteorologie, Bundesstr. 55, D-20146 Hamburg

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Stickoxide werden in großen Mengen in die Atmosphäre eingetragen. Weltweit überwiegen anthropogene Quellen; allein in Deutschland ist die Emissionsquellstärke 3 Mio t/a (bezogen auf NO2).
Soweit die Stickoxide nicht durch trockene Deposition entfernt werden (ca. ein Drittel), bilden sie durch chemischen Umwandlungen mit anderen Spurenstoffen eine Reihe sekundärer Schadstoffe. Das Hauptprodukt ist Salpetersäure, die teilweise oder vollständig von Ammoniak neutralisiert vorliegen kann. Über den Weg der trockenen und feuchten Deposition wird sie aus der Atmosphäre entfernt und trägt einen steigenden Anteil zum Säuregehalt von Niederschlägen bei.
Einige sekundäre Schadstoffe, so die Salpetrige Säure und das Nitratradikal, sind von großer luftchemischer Bedeutung, da sie die atmosphärische Radikalchemie beeinflussen. Insbesondere im Zusammenhang mit dem Eintrag von Kohlenwasserstoffen bilden sich toxikologisch relevante Umwandlungsprodukte, so die Gruppe der Nitroaromaten, denen cancerogene Wirkung zukommt.
Die meisten Stickstoff-Sauerstoff-Verbindungen haben eine kurze atmosphärische Verweildauer (maximal wenige Tage) und beeinträchtigen damit nur emissionsnahe Regionen. Unter bestimmten Bedingungen können jedoch langlebige Produkte entstehen, die überregional transportiert werden können, so z.B. die Peroxyacylnitrate.



5 UWSF (5) 281-285 (1993)

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