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Schwerpunktthemen: Grüne GentechnikGibt es ein gesundheitliches Risiko durch den Verzehr gentechnisch veränderter Pflanzen? Heike Seitz; Thomas Eikmann Korrespondenzautor: Dr. rer. nat. Heike Seitz, Institut für Hygiene und Umweltmedizin, Justus-Liebig-Universität Giessen, Friedrichstr. 16, 35392 Giessen; E-Mail: heike.seitz@hygiene.med.uni-giessen.de
Die moderne Biotechnologie ermöglicht es, Pflanzen gentechnisch so zu verändern, dass sie neue Proteine und andere Substanzen produzieren. Dadurch wurden in erster Linie Pflanzensorten hergestellt, die einen Vorteil für den landwirtschaftlichen Anbau, wie Pestizidresistenzen oder Resistenzen gegenüber Schädlingsbefall, bieten. Ein großer Teil der Bevölkerung befürchtet jedoch gesundheitliche Auswirkungen beim Verzehr von Lebensmitteln, die aus gentechnisch veränderten Pflanzen gewonnen wurden. Es können Substanzen in die Nahrung gelangen, die bisher nicht Bestandteil der menschlichen Ernährung waren und so möglicherweise toxische oder allergische Reaktionen hervorrufen. Um das gesundheitsschädliche Potenzial zu ermitteln, werden gentechnisch veränderte Pflanzen im Rahmen des Zulassungsverfahrens untersucht. Bislang sind bei zugelassenen gentechnisch veränderten Pflanzen weder toxische noch allergische Reaktionen nachgewiesen worden. Es ist jedoch schwierig, das allergene Potenzial eines neuen Proteins eindeutig zu bestimmen, da die Ergebnisse von In-vitro- oder Tierversuchen nicht grundsätzlich auf den Menschen übertragbar sind und theoretisch alle Substanzen eines Lebensmittels eine Allergie auslösen können. Die Sicherheitsbewertung mit Risikoanalyse und Risikobewertung orientiert sich an dem in der Wissenschaft allgemein für sinnvoll erachtetem Konzept der substanziellen Äquivalenz. Zum jetzigen Zeitpunkt kann davon ausgegangen werden, dass gentechnisch veränderte Lebensmittel kein höheres gesundheitliches Risiko aufweisen als traditionelle Lebensmittel, wenn sie einem ordnungsgemäßen Zulassungsverfahren unterzogen wurden. | | Schlagwörter:Allergische, toxische Reaktionen; gentechnisch veränderte Pflanzen; GVO; Lebensmittelallergien; Risikoanalyse; Sicherheitsbewertung |
Is there a health risk for consumption of genetically modified plants? – A review Heike Seitz; Thomas Eikmann Corresponding author:: Dr. rer. nat. Heike Seitz, Institut für Hygiene und Umweltmedizin, Justus-Liebig-Universität Giessen, Friedrichstr. 16, 35392 Giessen; E-Mail: heike.seitz@hygiene.med.uni-giessen.de
With modern biotechnology plants can be modified to produce new proteins and other substances. Thus crops with an advantage for agricultural practice, e.g., resistance against pesticides or pests have been produced. A considerable part of the population has concerns about the consumption of food produced from genetically modified plants. Substances previously not being part of human nutrition can get into foodstuff and induce toxic or allergic reactions. During the admission procedure genetically modified plants are tested to identify the potential for adverse health effects. Up to now no toxic or allergic reactions have been detected in authorised crops. However it is difficult to predict the allergic potential definitely, since results of in vitro-tests and animal experiments are basically not transferable to humans. Basically almost all substances in foodstuff can cause allergic reactions. Safety assessment with risk analysis and risk assessment is oriented at the concept of substantial equivalence. In research this concept is generally accepted as reasonable. At present it can be assumed that genetically modified foods do not have a greater risk for adverse health effects than does traditionally produced foods when being assessed properly in the admission procedure. | | Keywords: allergic, toxic reaction; food; food allergies; genetically modified plants; GMO; risk analysis; safety assessment |
10 UFP (4) 215-224 (2005)
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