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Übersichtsbeiträge

Genetische Disposition und Multiple Chemische Sensitivität (MCS): Stand des Wissens und Konsequenz für die molekulargenetische Diagnostik
Gerhard Andreas Wiesmüller; Klaus Zerres; Wibke Weißbach; Wolfgang Dott; Thomas Eggermann
Korrespondenzautor: Priv.-Doz. Dr. med. Gerhard Andreas Wiesmüller, Institut für Hygiene und Umweltmedizin des Universitätsklinikums Aachen, Pauwelsstraße 30, 52074 Aachen; E-Mail: ga.wiesmueller@post.rwth-aachen.de

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Bei der Multiplen Chemischen Sensitivität (engl.: Multiple Chemical Sensitivity; MCS) handelt es sich um eine von den Betroffenen mit Chemikalienexpositionen assoziiert erlebte Empfindlichkeit, die durch rezidivierende Symptome mehrerer Organsysteme charakterisiert ist. Die gesundheitlichen Beschwerden werden auf die Exposition einer Vielzahl chemisch nicht verwandter Stoffe zurückgeführt, deren Konzentrationen weit unterhalb derer liegen, die in der allgemeinen Bevölkerung zu gesundheitlichen Störungen führen. Die Pathophysiologie von MCS ist nach wie vor ungeklärt. Erklärungsansätze kommen aus unterschiedlichsten Disziplinen. In wie weit genetische Faktoren von Bedeutung sind, ist derzeit weitgehend unklar und Gegenstand diverser Studien und Diskussionen. Nichts desto trotz werden ungeachtet der unzureichenden Datenlage bereits jetzt den Betroffenen genetische Tests zu Faktoren angeboten, für die eine Beteiligung an der Ausprägung von MCS funktionell vorstellbar ist. Auch dienen die entsprechenden Laborergebnisse als Grundlage für Befunde und Interpretationen, die nach derzeitigem Stand des Wissens nicht haltbar sind und für die Betroffenen – neben dem Kostenaufwand – eine Irreführung in der Suche nach der Ursache ihrer Erkrankung darstellen. Aufgrund der vorliegenden Datenlage und des aktuellen Wissensstandes zu genetischen Dispositionen von MCS sind genetische Testungen zur Zeit nicht sinnvoll und deshalb nicht zu empfehlen.



Genetic predisposition and Multiple Chemical Sensitivity (MCS): Current knowledge and consequences for molecular-genetic diagnostics
Gerhard Andreas Wiesmüller; Klaus Zerres; Wibke Weißbach; Wolfgang Dott; Thomas Eggermann
Corresponding author:: Priv.-Doz. Dr. med. Gerhard Andreas Wiesmüller, Institut für Hygiene und Umweltmedizin des Universitätsklinikums Aachen, Pauwelsstraße 30, 52074 Aachen; E-Mail: ga.wiesmueller@post.rwth-aachen.de

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Multiple Chemical Sensitivity (German: Multiple Chemische Sensitivität; MCS) is a matter about a sensitivity recognized by affected persons associated with chemical exposures, which is characterized by recurrent symptoms of several organ systems. The health complaints are explained by exposures of a variety of chemically not related substances in concentrations far below levels, which lead to health disorders in the general population. The pathophysiology of MCS is still unknown. Different disciplines give explanation approaches. To what extent genetic factors may play an aetiological role is still unknown and subject of divers studies and discussions. Nevertheless, in spite of the insufficient data genetic test of factors, which are suspected to be functionally involved in the aetiology of MCS, are offered to MCS-affected persons. The laboratory results are used as basis for confirmation and interpretation which have no scientific basis and mislead the MCS-affected persons – beside expenditures – in their search for a cause of their health problems. Because of the existing database and the actual scientific knowledge about a genetic disposition of MCS genetic tests are actually not valuable and can therefore not be recommended.

9 UFP (5) 275-280 (2004)