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Statusberichte

Wirkungen von Stickstoffdioxid auf die menschliche Gesundheit – Ableitung eines gesundheitsbezogenen Kurz- und Langzeitwertes
Martin Kraft; Thomas Eikmann; Andreas Kappos; Nino Künzli; Regula Rapp; Klaus Schneider; Heike Seitz; Jens-Uwe Voss; H. Erich Wichmann
Korrespondenzautor: Dr. Martin Kraft, Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW, Düsseldorf; E-Mail: martin.kraft@munlv.nrw.de

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Die vorliegende Übersichtsarbeit zu den gesundheitsrelevanten Wirkungen von Stickstoffdioxid fasst die aktuelle Datenlage aus tierexperimentellen Studien sowie zu Beobachtungen am Menschen (Epidemiologie und Kammerexperimente) zusammen. Die in tierexperimentellen Studien eingesetzten NO2-Konzentrationen liegen erheblich über den Werten, wie sie üblicherweise in der Außenluft gemessen werden. Ein gesundheitsbezogener Kurz- und Langzeitwert wird daher von Humanstudien hergeleitet. Experimentelle Studien mit freiwilligen Probanden weisen nach kurzfristiger NO2-Exposition auf Effekte im Gruppenmittel ab einer Konzentration von 400 µg NO2/m3 hin, während bei Personen mit leichtem Asthma eine Exposition gegenüber 200 µg NO2/m3 ohne Effekt blieb. Auf Basis epidemiologischer Langzeit- Studien kann keine Effektkonzentration, bei deren Unterschreiten nicht mit nachteiligen Wirkungen auf die menschliche Gesundheit zu rechnen ist, angegeben werden. Aufgrund dieser Erkenntnisse wird zum Schutz der menschlichen Gesundheit vor kurzfristigen NO2-Wirkungen ein Kurzzeitwert in Höhe von 100 µg/m3 nach einstündiger Exposition bzw. von 50 µg/m3 nach 24-stündiger Exposition festgelegt. Die Ableitung eines NO2-Langzeitwertes ist wegen der in epidemiologischen Studien nicht identifizierbaren Effektkonzentration nicht möglich. Unter dem Gesichtspunkt der gesundheitlichen Vorsorge wird jedoch ein flächenbezogener Jahresmittelwert in Höhe von 20 µg NO2/m3 für erstrebenswert erachtet.



Effects of nitrogen dioxide on human health – Derivation of a health related short- and long-term value
Martin Kraft; Thomas Eikmann; Andreas Kappos; Nino Künzli; Regula Rapp; Klaus Schneider; Heike Seitz; Jens-Uwe Voss; H. Erich Wichmann
Corresponding author:: Dr. Martin Kraft, Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW, Düsseldorf; E-Mail: martin.kraft@munlv.nrw.de

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The presented overview concerning health relevant effects caused by nitrogen dioxide resumes the current state of results from animal experiments and human studies (epidemiology and shortterm chambers). NO2 concentrations applied in animal experiments were mostly considerably higher than in ambient air. Therefore, short- and long-term limit values were derived from human data. Experimental studies conducted with humans demonstrate effects after shortterm exposure to concentrations at or above 400 µg NO2/m3. Effects on patients with light asthma could not be observed after short-term exposure to concentrations below 200 µg/m3. On basis of epidemiological long-term studies a threshold below which no effects on human health is expected could not be specified. Two short-term limit values have been set to protect public health: a one-hour value of 100 µg/m3 and a 24-hours mean value of 50 µg/m3. Due to the limitations of epidemiological studies to disentangle effects of single pollutants, a long-term limit value cannot be easily derived. However, applying the precautionary principle, it is desirable to adopt an annual mean of 20 µg NO2/m3 as a long-term mean standard to protect.

9 UFP (2) 65-77 (2004)